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Schatztruhe voller farbenreicher Klangbilder

Von Hannes Kuhnert

 

Nachdem das Rudert-Musikfestival mit knackigen Rockrhythmen begonnen hatte, folgte am Samstag ein eher stiller, beschaulicher aber höchst ansprechender Nachmittag. Volker Kuentz stellte seine neue CD vor.

Er nennt sie »Blindlings« und das aus gutem Grund. Sie soll Mut machen, sich nicht kopflos der Entwicklung der Gesellschaft hinzugeben, sondern aktiv die Zukunft mitzugestalten. Und sie dient einem besonderen Zweck. Ihr voller Verkaufserlös geht an die Kinderwerkstatt Eigen-Sinn.

Volker Kuentz, gelernter Klavierbauer wie Johannes Ruoss – der Kuentz vorstellte und begrüßte – hat inzwischen ein eigenes Tonstudio in Freudenstadt, wo er unterrichtet, komponiert, arrangiert und Musik macht. Und so hat er die neue CD mit sämtlichen Titeln buchstäblich selbst gemacht, sogar die Begleitung einiger Stücke mit Cajon und Gitarre.

Ein gutes halbes Dutzend seiner Titel spielte Kuentz vor etlichen Zuhörern auf dem Flügel. Schöne Musik, farbenreiche Klangbilder, die mal aufrütteln, meist aber zum Träumen, zum Loslassen, Fantasieren und Versinken verführen. Etwa die heilende Umarmung in der Aufforderung »Halt mich«, das perlende Liebeslied, das zögernde, fragende »Ich bin wer bin ich« oder das verspielte »Aus der Reihe tanzen«. Kuentz erläuterte mit wenigen Worten Situationen und Stimmungen, die ihn zu den Stücken inspiriert hatten. Viele Anregungen hatte er aus seiner Arbeit mit Kindern geschöpft.

Hans-Martin Haist von der Kinderwerkstatt Eigen-Sinn dankte Kuentz, der die Kinderwerkstatt seit vielen Jahren begleitet. »Wir haben heute den Deckel einer Schatztruhe aufgemacht«, meinte Haist zu den Musikproben der neuen CD. Seine Feststellung über die Arbeit der Kinderwerkstatt war weniger ermutigend: »Die Zahl der benachteiligten und auffallenden Jugendlichen wird immer größer. Wir sind echt erst am Anfang.«

(Quelle: Schwarzwälder Bote Oktober 2009 )