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Der Stiftungsvorstand der Stiftung Eigen-Sinn (von links) Klaus Kummer, Hans-Martin Haist; Kristina Osswald, Heike Ditlevsen, Rebekka Danneberg und Clemens Fuchs


 

Die Angst, die wachsenden Aufgaben nicht mehr finanzieren zu können, schwingt immer mit bei der Kinder- und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn in Freudenstadt. „Auch wir haben die Krise mächtig zu spüren bekommen“, berichtete Hans-Martin Haist als Treuhänder bei der Vorstandssitzung der Stiftung Eigen-Sinn.

Ohne diese Stiftung, vor sechs Jahren mit geringem Stiftungskapital ins Leben gerufen, könnte die Kinderwerkstatt schon lange nicht mehr bestehen. Als Haist den sieben Stiftungsräten die Bilanz der Werkstatt des Jahres 2009 vorlegte, verwies er auf 249 000 Euro, die von der Stiftung direkt in die Werkstatt flossen.

 

Das waren noch einmal rund 45 000 Euro an Geldern von Spenden und Sponsoren mehr als im vergangenen Jahr. Dennoch werde es, so Haist, immer schwieriger, die soziale Gruppenarbeit der Kinderwerkstatt zu finanzieren. Derzeit werden in elf Gruppen rund 90 Kinder und Jugendliche von zehn Mitarbeitern, darunter acht Vollzeitkräften sowie vier ehrenamtlichen Helfern betreut. Allein an Löhnen und Honorar fallen monatlich rund 17 000 Euro an. Dankbar erwähnte Haist, dass allein aus dem Verkauf von Büchern und Benefiz-CD rund 12 000 Euro zusammengekommen seien.

 

Nach wie vor in weiter Ferne sei das Ziel, 500 Paten mit regelmäßigen Geldspenden zu finden. Die derzeit 257 Paten hätten mit einem Spendenaufkommen von 87 000 Euro jedoch einen wichtigen Grundstein zu einem halbwegs geregeltem „Einkommen“ gelegt. Jedoch seien im Krisenjahr wieder einige Patenschaften weggebrochen, die Spendenbereitschaft sei zurückgegangen. Leicht ansteigende Tendenz zeige die Kostenübernahme der öffentlichen Hand, die unterm Strich etwa zehn Prozent ausmache. Haist: „Die Rahmenbedingungen haben sich völlig geändert. Jetzt müssen neue, oftmals sehr beschwerliche Wege gesucht und gegangen werden, um Projekte zum Wohle benachteiligter Kinder zu finanzieren.Dennoch lässt man sich nicht entmutigen: Vorstandsmitglied Kristina Osswald steckt das Ziel ab: „Wir werden alles tun, um die notwendigen Projekte in der Kinderwerkstatt zu erhalten. Das heißt, wir halten am Spendenziel 25 000 Euro fest“.

 

Die Kinder- und Jugendwerkstatt wird in diesem Jahr wieder rund 6000 Euro für Fortbildungsmaßnahmen ausgeben und plant eine erlebnispädagogische Freizeit für etwa 20 Kinder aus ganz Baden-Württemberg. „Wir hoffen inständig, unsere Arbeit fortsetzen zu können mit vielleicht etwas mehr Sicherheiten“, so Haist. Der Bedarf an den Angeboten der Kinderwerkstatt wachse ständig, das bestätigen auch die Rektoren und Lehrer an den Schulen immer wieder, mit denen die Werkstatt zusammen arbeitet. Oft jedoch seien die Finanz- und Kapazitätsgrenzen beim „Eigen-Sinn“ erreicht, können keine neuen Gruppen mehr gebildet werden. Haist „Wenn alle, die uns immer wieder loben und unsere Arbeit bewundern, nur einen kleinen Betrag spenden würden, wäre uns schon viel geholfen."

 

Die Kinderwerkstatt Eigen-Sinn wird als gemeinnützige GmbH geführt. Parallel dazu gibt es das von Ulrike und Hans-Martin Haist geführte Kinderheim „Villa Sonnenheim“ als rechtlich und steuerlich von der Werkstatt völlig getrennte Einrichtung, ebenfalls als gemeinnützige GmbH geführt.

(Quelle: Südwest Presse 09.04.2010)