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Die Welt zu Gast in Deutschland - Fußball WM 2006



Mit einer besonderen

(Wander-) Ausstellung wollen wir die Fußball WM 2006 würdigen und über die Situation von Kindern informieren.

 

Die Stiftung EIGEN-SINN sammelt derzeit Fußbälle aller oder der besonderen Art von Straßenkindern aus aller Welt.

Egal ob Sockenbälle, Bananenblätter, Schweineblase, Blechbüchse, Stoffbälle o.ä. .

Wir wollen unseren Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufzeigen mit welch einfachen Mitteln andere Kinder diese schöne Sportart lernen (müssen) und wollen ihnen auch einen Weg abseits der Pflicht zu Markenartikeln präsentieren.

Die Ausstellung soll nicht einmalig sein, sondern weitergehen und nachhaltig über Kinder informieren.

 

Hier benötigen wir Ihre engagierte Hilfe!

 

Bitte geben Sie diese Anfrage weiter an Freunde und Bekannte mit Kontakten in der Welt.

 

Die Bälle können gut im Reisegepäck mitgebracht werden.

 

Ein Foto (evtl. digital per e-mail info@stiftung-eigensinn.de) und der Name des Ortes und Landes geben der Ausstellung noch mehr Format.

 

Vielleicht auch noch ein Aktionsfoto mit dem "Fußballfeld".

 

Wir hoffen natürlich sehr, dass bei Ihnen ein Funke rüberspringt, und wir zum Schluß eine bunte und einmalige Ausstellung präsentieren können.

 

Es wäre so großartig, wenn wir diese Ausstellung Anfang 2006 starten könnten.

 

Stiftung EIGEN-SINN

Wölperwiesenweg 1

72250 Freudenstadt

Tel. 07441 / 951292

info@stiftung-eigensinn.de

 

 

 

 

Fußball-Verrückter sammelt Bälle von Straßenkindern

aus aller Welt

 

Artikel von Hannes Kuhnert:

 

„Der Ball ist rund”, pflegte der einstige Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger zu sagen, wenn er sich nicht festlegen wollte. Das „Schau‘n mer mal” der 50er-Jahre sozusagen. Ein halbes Jahrhhundert wissen wir nun endgültig, dass der Herberger-Satz nicht stimmt. Der Ball muss nicht immer rund sein. Hans-Martin Haist aus Freudenstadt hat den Gegenbeweis angetreten.

 

Haist treibt „Fußbälle” aus aller Welt auf und zwar solche, mit denen Straßenkinder kicken. In seiner Sammlung findet sich zum Beispiel ein Spielgerät aus Kenia, geknotet aus alten Socken. Aus einem anderen Teil Afrikas stammt eine aus Bananenblättern zusammengeschnürte Kugel, schwer und hart, als wäre sie aus Eisen. Daneben finden sich unter seinen Schätzen natürlich auch annähernd runde Exponate: abgewetzte, aufgeplatzte Fußbälle aus Israel, der Ukraine oder, genarbt vom Salzwasser der Adria, ein Ball von einem Strand in Italien.

Zusammengenommen ist es der Beginn einer auf der Welt wohl einmaligen Sammlung. Sammler Haist ist selbst begeisterter Fußballer und Jugendtrainer. Doch es ist nicht allein der Spiel- oder der Sammeltrieb, was ihn antreibt. „Fußball ist ein hochgradig pädagogisches Spiel”, sagt er. In diesem Moment spricht aus ihm der Leiter des Kinderheims „Sonnenheim” und der Kinder- und Jugendwerkstatt „Eigen-Sinn” in Freudenstadt. Zusätzlich zu dieser Arbeit unterstützt er seit Jahren Organisationen, die sich um Straßenkinder in den ärmsten Ländern der Welt kümmern. So kam eins zum anderen. Was sich in Haists Sammlung findet sind häufig Zeugnisse großer Armut, aber auch großen Einfallsreichtums und der Beweis dafür, dass es für ein einfaches Spiel nicht unbedingt High-Tech-Bälle mit drei Streifen oder springenden Raubkatzen braucht.

Anderswo auf der Welt spielen Kinder mit Blechbüchsen und Kanistern, mit Schweinsblasen oder Plastikteilen. Da werden Mülltüten oder Kondome aufgeblasen, mit Stoffresten umwickelt und Draht verschnürt, da werden Lumpen zu runden Gebilden gezurrt Hauptsache, man kann das Ding treten oder rollen lassen.

 

Noch sind nicht alle diese Kuriositäten mit einem Beispiel in Freudenstadt vertreten. Doch das soll sich ändern. Mit 300 E-Mails an Fußballclubs und Jugendeinrichtungen hat Haist mittlerweile für seine Sammlung geworben. Die Resonanz ist weitaus größer, als er zu hoffen gewagt hätte. Von einigen Bundesligavereinen, wie dem HSV, gab es umgehend Rückmeldungen. Die Hamburger wollen ebenso am Ball bleiben wie die Organisatoren vom Weltmeisterschafts-Komitee in Hamburg. Vertreter der Stadt Berlin, inder es über 5000 Straßenkinder gibt, signalisierten Interesse. Sponsoren von einer Bank aus Stuttgart möchten mitspielen, einige Polizisten wollen internationale Kontakte spielen lassen, die bis nach Nepal reichen. Inzwischen ist sogar die Rede von einer Fußballmannschaft aus Sao Paulo, die im Schwarzwald ein Freundschaftsspiel austragen möchte - mit was für einem Ball ist noch nicht bekannt.

 

Wer anderswo auf der Welt für Haist einen Ball einsammeln will, muss kein schlechtes Gewissen haben, weil er Straßenkindern ihr Spielzeug wegnimmt. Für solche Fälle hat Haist zwei Dutzend neuer Fußbälle gekauft, die nur darauf warten, aufgepumpt zu werden. Den nötigen Platz hat Haist inzwischen organisiert: Eine leere Wohnung, die bis auf weiteres mit nichts anderem als mit Bälle gefüllt werden kann. Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr soll die Sammlung so stattlich sein, dass es lohnt, sie als Wanderausstellung durch Deutschland zu schicken. Geplant ist außerdem ein Benefiz-Fußballspiel mit Bällen aus Bananenblättern. Haist hat noch viele andere Ideen: Ein Kunstwerk aus Bällen, rollende Werbung für Straßenkinder-Projekte, Ball-Videos...Schau`n mer mal.

(Quelle: Staatsanzeiger bwWoche 29. August 2005)