Starke Kinder für eine bessere Zukunft.

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Die Kinderwerkstatt Eigen-Sinn beteiligt sich an einer Aktionswoche der Hilfsorganisation Nacoa. Dabei geht es darum, Kindern aus Suchtfamilien Hilfe zukommen zu lassen.
Laut Statistik kommt in Deutschland jedes sechste Kind aus einer suchtbelasteten Familie, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung Eigen-Sinn. Christian Fai, Sozialpädagoge bei der Kinderwerkstatt, wir darin mit den Worten "Rechnerisch hat in einer Klasse mit 30 Kindern jedes fünfte Kind einen suchtbelasteten Familienhintergrund. Trotzdem interessiert es niemanden" zitiert.
Da man im Allgemeinen nicht darüber spreche, nenne die Jungen und Mädchen die "vergessenen Kinder". Auf diese Kinder und ihre Probleme zu verweisen, hat sich die internationale Hilfsorganisation Nacoa zur Aufgabe gemacht. Zum elften Mal startet sie eine Aktionswoche vom 9. bis 15. Februar für Kinder aus Suchtfamilien, will vergessenen Kindern eine Stimme geben.
Auch in diesem Jahr klinkt sich die Freudenstädter Kinderwerk Eigen-Sinn mit eigenen Veranstaltungen in die deutschlandweite Aktionswoche ein. Kinder aus Suchtfamilien tragen das Leid ihrer Eltern mit, so Christian Fai. Sie spüren den "Makel der Sucht", hüten das Familiengeheimnis, übernehmen oft schon in jungen Jahren Verantwortung für die Familie oder die Restfamilie und für jüngere Geschwister. Sie waschen zu Hause Wäsche, sorgen sich um Mahlzeiten, räumen auf, putzen, müssen "erwachsener sein" als ihrer Altersgenossen. Und sie sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung.

Ein sicherer Ort
Müdigkeit, Versagensängste in der Schule, Konzentrationsschwächen und auffälliges soziales Verhalten sind nicht selten die Folgen. Bei der Kinderwerkstatt Eigen-Sinn gibt es seit vielen Jahren die Seifenblasen-Gruppe für diese Kinder, derzeit acht Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis elf Jahren.
Die 23-jährige Erzieherin Viola Hoevel hat im Herbst 2018 die Gruppenleitung übernommen. Sie versucht im Spiel und mit vielen Gesprächen, die Kinder zu stärken, ihr Wir-Gefühl zu pflegen, ihnen zuzuhören, in pädagogischen Spielen und Ausflügen auf sie einzugehen und ihnen einen sicheren Ort zu geben. Ihr Hund "Luna", ein Jack Russel, leiste dabei treue Dienste. "Er tut den Kindern gut, vor allem bei Kennenlern-Gesprächen", so Viola Hoevel.
Die Organisation Nacoa macht sich auch auf dem politischen Parkett stark, um den Kindern und Familien zu helfen und sie besser zu versorgen. Das ist auch das Anliegen der Kinderwerkstatt. "Wir wollen ein Bewussten schaffen für diese Kinder", so Viola Hoevel. Sie sei dankbar, dass sich auch die Falkenrealschule und das Jugendhaus Altensteig mit einem Projekt einklinkt und dass das Musikhaus Rudert in Freudenstadt ein Schaufenster für die "vergessenen Kindern" dekoriert hat.
Parcours auf Marktplatz
Die Kinderwerkstatt organisiert am Montag, 10. Februar, von 14.30 bis 16.30 Uhr vor dem Rathaus einen kleinen Parcours, der mit einer sogenannten Rauschbrille durchlaufen werden kann, die verzerrte Wahrnehmungen unter Alkoholeinfluss vorspiegelt. Von Dienstag bis Freitag ebenfalls jeweils zwischen 14.30 und 16.30 Uhr werden vor dem Rathaus heiße Waffeln gebacken und verschenkt und es gibt – neben dem Rauschbrillen-Parcours – Informationen über das Suchtthema.
In der Kinderwerkstatt selbst heißt es am Dienstag, 11. Februar, und am Donnerstag, 14. Februar, jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr "Bunt statt Blau", mit Malen für Kinder zwischen acht und zehn Jahren.

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